Irgendwann muss ich da mal hin. Es kommt häufig vor, dass mir dieser Satz durch den Kopf geht oder ich ihn laut ausspreche. Irgendwann kann manchmal ein paar Jahre in Anspruch nehmen. Dabei sind es gerade einmal fünf Kilometer, die mich und den Märzenbecher-Wald in Brüninghausen voneinander trennen. Was nützt mir aber freie Zeit im August oder November, wenn die bezaubernden Märzenbecher im März oder April in voller Blüte stehen? Karsamstag war dann endlich „irgendwann“ gekommen. Und was soll ich sagen? Einen besseren Zeitpunkt hätte ich kaum erwischen können.

Ein Meer aus Märzenbechern. Foto: Michael Kaub

Denn es tat sich nicht nur eine größere Wolkenlücke auf, auch die Uhrzeit am Nachmittag war gut gewählt. Blinzelt doch am späten Nachmittag die Sonne so geschickt durchs Tal, dass der Wald mit den Märzenbechern von den goldenen Sonnenstrahlen geflutet wird. Wer mit dem Auto anreist, der lässt es bitte in der Nähe der Kläranlage oder am Rand der B236 stehen und fährt nicht bis in die Märzenbecher. Zum einen befindet sich das Gelände rund um Schloss Brüninghausen in Privatbesitz und zum anderen haben ein paar Meter zu Fuß noch keinem geschadet.

Ich reite aber auch deswegen darauf rum, weil ich es wieder live erlebt habe, wie eine Dreiergruppe ihr Auto kurz vorm Wald parkte, ohne Rücksicht auf Verluste quer durch die Botanik lief, knipste und nach fünf Minuten mit den Worten „sehen schon anders als Schneeglöckchen aus“ wieder davonfuhren. Ja, die sehen anders aus als Schneeglöckchen und es ist nicht nötig, sie zu zertrampeln, um schöne Fotos zu machen. Falls ihr auch einmal dorthin möchtet, dann bleibt bitte am Rand des Naturschutzgebietes, das bereits seit den 1930er Jahren existiert.

Märzenbecher in Brüninghausen. Foto: Michael Kaub

Mit Blick auf meine Fotos werdet ihr feststellen, dass ein Betreten der Fläche völlig unnötig ist. Auch vom Rand lässt sich die ganze Pracht der Märzenbecher einfangen. Gerade einmal vier Gebiete mit solch großen Ansammlungen gibt es im Märkischen Kreis. Jenes in Brüninghausen ist zwar nicht das größte Gebiet, aufgrund seiner Lage an einem Waldhang übt es indes einen besonderen Reiz aus. Ihr solltet aber dem Reiz widerstehen, die zart duftenden Pflänzchen zu pflücken. Märzenbecher sind nicht nur geschützt, sondern auch stark giftig.