Landschaften

Unglaublich schön und gigantisch: Feuerwerk am Eiffelturm

Bin ich ein Fan von Feuerwerken? Nun ja, ich schaue sie mir sehr gerne an, aber hatte bislang wenig Lust, sie zu fotografieren. Mächtig beeindruckt war ich allerdings, als ich zufällig im Vorfeld meiner Reise nach Paris auf Fotos vom Eiffelturm am französischen Nationalfeiertag stieß. Auf diesen war das Wahrzeichen der Stadt eingerahmt von einem gigantischen Feuerwerk zu sehen. Da juckte es dann doch mächtig in meinen Fingern, zumal ich bereits einen Tag zuvor in Paris ankommen würde. Ausreichend Zeit, um bei einem Spaziergang an der Seine nach möglichen Standorten für ein Foto Ausschau zu halten.

Wollte ich doch unbedingt mehr als nur den Eiffelturm mit buntem Feuerwerk aufs Foto bekommen. Mir war es wichtig ein stimmungsvolles Foto einzufangen – zumindest die Seine musste also mit aufs Foto. Meine Wahl fiel auf die etwas über einen Kilometer Luftlinie entfernte Pont des Invalides. Was mir sehr gut gefiel, war die Chance auf ein Panorama, bei dem der Eiffelturm zwar als Hingucker funktioniert, aber das Foto nicht dominiert, sondern sich harmonisch ins Gesamtbild mit beleuchteten Brücken, Schiffen, Bauwerken und Straßen einfügt.

Der Beginn des Feuerwerks kündigte sich mit einem Wechsel der Beleuchtung des Eiffelturms in den französischen Nationalfarben an.
Der Beginn des Feuerwerks kündigte sich mit einem Wechsel der Beleuchtung des Eiffelturms in den französischen Nationalfarben an.

Obwohl das Feuerwerk am 14. Juli traditionell erst nach Sonnenuntergang um 23 Uhr in den Nachthimmel geschossen wird, habe ich mich bereits drei Stunden vorher auf der Brücke eingefunden. Wer jetzt denkt, dass das vielleicht ein bisschen übertrieben war, dem sei gesagt, dass bereits drei andere Fotoverrückte vor mir ihr Stativ in Stellung gebracht hatten. Erfreulicherweise aber nicht an dem Fleckchen, das ich mir am Tag zuvor ausgeguckt hatte. Die Wartezeit verging wie im Flug, da ich schnell mit anderen Fotografen und Zuschauern ins Gespräch kam. Denen konnte ich dann auch gleich erzählen, dass ich zwar ein stabiles Stativ mitgeschleppt hatte, aber meinen Drahtauslöser im Zimmer vergessen hatte. Zurückfahren und holen? Keine Chance, dann hätte ich mir das Feuerwerk aus der dritten Reihe angucken können.

 Insbesondere wie der Eiffelturm selbst in Szene gesetzt wurde, war einfach umwerfend.
Insbesondere wie der Eiffelturm selbst in Szene gesetzt wurde, war einfach umwerfend.

Gut, dass das Feuerwerk beeindruckende 35 Minuten dauert. Genug Zeit, um mit einer „Krücke“ ein paar schöne bunte Feuerbilder am Himmel einzufangen. Selbstauslöser auf zwei Sekunden eingestellt, um Unschärfen beim Drücken des Auslösers zu vermeiden, Zeit einstellen und dann hoffen, dass ich den Auslöser im richtigen Moment gedrückt habe. Am Ende hat es gepasst, aber im Grunde ist diese Methode auf keinen Fall zu empfehlen, sondern nur die erwähnte „Krücke“. Weil ich im Vorfeld nicht wusste, wie hoch das Feuerwerk sein würde, habe ich mich gegen eine Festbrennweite und für ein Weitwinkelzoom entschieden, um flexibel zu sein.

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Der Eiffelturm als Hingucker, aber er dominiert das Foto nicht, sondern fügt sich harmonisch ins Gesamtbild mit beleuchteten Brücken, Schiffen, Bauwerken und Straßen ein.

Der Beginn des Feuerwerks kündigte sich mit einem Wechsel der Beleuchtung des Eiffelturms in den französischen Nationalfarben an. Was dann folgte, war wirklich gigantisch. Ich denke, dass anhand meiner Fotos deutlich wird, welche Dimension dieses Feuerwerk hat. Zwischendurch vergaß ich völlig, auf den Auslöser zu drücken, weil mich das Feuerwerk und die Stimmung auf der Brücke so in den Bann gezogen haben. Schön war es, wirklich traumhaft schön. Und dennoch werde ich beim nächsten Mal die Kamera im Zimmer lassen und stattdessen Brot, Käse, Rotwein und eine Decke in den Rucksack packen. Wie die Pariser setze ich mich dann ans Ufer der Seine und werde genießen, genießen, genießen…